Missglückter Roman, 5. Kapitel, "Kindernonnen und Kindermönche" (17. Fortsetzung)

Veröffentlicht auf von anna

Inzwischen türmte sich eine Mauer aus herrenlosen Pferden und sterbenden Söldnern auf. Die ersten Angreifer bremsten ihre Pferde und suchten einen Fluchtweg aus der unbegreiflichen tödlichen Bedrohung. Aber noch drängten die hinteren Reihen vorwärts, da sie keine Gefahr erkennen konnten.

Maria hatte sich ganz auf das Fußvolk konzentriert, Hannes auf alle Offiziere, die in sein Blickfeld gerieten. Noch immer hatten wir nur Tod und Unruhe, aber noch keine Panik in den gegnerischen Reihen verbreitet. Da brüllte Hannes plötzlich laut auf:

Ja!“

Und plötzlich erschütterten Schreie die gegnerischen Reihen. Die Männer rannten auseinander, warfen teilweise ihre Waffen weg. Schnell erkannte ich den Grund. Der Heldrunger Ritter selbst war getroffen worden. Unser schreckliches Gottesgericht hatte fast unsere gesamten Energiereserven verbraucht. Lange hätten wir nicht mehr stand gehalten.

Aber wir hatten es geschafft. Bevor die Andacht der Bauern zu Ende war und sie bewaffnet zu ihren Kampfpositionen zurückkehren konnten, war das Fürstenheer zerstreut. Die Erzählungen der bäuerlichen Wachen, die ja ihre Posten verlassen hatten, konnte nur eine Nachricht enthalten: Gott war mit ihnen.

Nunmehr gab es nun keinen Grund mehr, an einem erfolgreichen weiteren Verlauf des Bauernkrieges zu zweifeln.

Auf dem Rückweg spielte Dietmar den uns anführenden ehrwürdigen Vater. Er hatte seinen Bartwuchs unerklärlicherweise nicht eingebüßt und konnte so notdürftig als Erwachsener durchgehen, denn die Menschen damals waren ja von Natur aus etwas kleiner als wir. Wir wurden überall freundlich empfangen und es passierte eigentlich nichts Erwähnenswertes. Wir gaben unterwegs die herrschaftlichen Pferde zurück, und zwar dort, wo wir sie uns ausgeliehen hatten, und wanderten in bester Laune weiter. Daran änderte sich nichts, bis wir uns wieder Weingarten näherten.

Aus jenem Dorf, in dem wir uns zum ersten Mal hatten sehen lassen, näherte sich eine Prozession. Bewaffnete Bauern, alle mit Kreuzen, und vorneweg ein Kuttenträger mit einem Riesenkreuz.

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