Operation Zeitensprung, 7. Kapitel: Ankunft im Märchenwald (3. Fortsetzung)
Dabei lachte sie uns an.
„Und ist das teuer?“
Hartmut war die Frage herausgerutscht. Ich gebe zu, auch ich hatte überlegt, das Kind nach Geld zu fragen. Ich hatte dann aber entschieden, abzuwarten, bis uns eine Situation zum Bezahlen zwänge, und uns Nuk mit naiven Entschuldigungen vor aufdringlichen Erwachsenen retten musste.
„Teuer?“ Das Mädchen überlegte. „Bestimmt. Bei so einer Suche sind immer gleich Ärzte dabei. Du peilst dich ja sonst selbst zum Ausgang, wenn du gesund und kein Robin Hood bist. Das Suchen kostet viel Zeit.“
Wir waren damit nur wenig klüger. An diesem Ein- und Ausgang gab es also irgendwelche Sicherheitsautomaten. So verstand ich Nuk zumindest. Da die uns zu Robin Hood und seiner Truppe erklärt hatte, brauchten wir das auch nicht zu verstehen.
Den Weg von unserem Schiff zum Ausgang hatte ich mir gut eingeprägt. Ich würde ihn wahrscheinlich auch rückwärts finden, wenn eine Flucht wie vor Hütermann nötig sein sollte. In der Stadt würde es schwieriger. Gleich neben dem Märchenwaldeingang blieben wir an einem Regenschutz stehen.
„Der Bus kommt gleich“, erklärte Nuk. Dabei sah sie uns an, als wolle sie prüfen, ob wir wüssten was ein Bus ist. „Und lasst bitte eure Kleidung an, wenn ihr uns besucht. Die andern werden staunen.“
„Klar ...“
Sah man mir an, dass ich darüber nachdachte, ob wir ohne Skaps unauffälliger wirkten? Ich sah mich um. Es gab nichts Einprägsames oder Sensationelles zu sehen. Der Märchenwald grenzte an eine Neubausiedlung, wie sie uns aus Stadtrandsiedlungen vertraut war. Helle Zweckbauten, meist sechsgeschossig, Eschenalleen. Im Gegensatz zu meiner Zeit standen allerdings kaum Fahrzeuge am Straßenrand.
Dann fuhr fast geräuschlos eine Art Elektrobus vor. Nuk kontrollierte, dass wir alle eingestiegen waren, dann gab sie an einer Tafel die Ziffern 326345 ein.
„Damit der Bus an unserem Haus hält“, erklärte sie uns.
Im Zauberwald war es kühl gewesen. Jetzt störten die Skaps. Einmal abgesehen davon, dass wir die Batterien nicht ausgerechnet für die Körperkühlung verschwenden sollten, provozierte diese Kleidung die misstrauischen Blicke der anderen Fahrgäste. Bisher hatten wir noch keine Uniform entdeckt, aber wir wollten nicht auffallen. Nur, wenn wir einfach unsere Anzüge in Rucksäcke verwandelten, würde aus Robin Hood das Mädchen Anna werden. Das konnte das Misstrauen unserer Begleiterin erregen. Die anderen warteten auf mich. Da stand Nuk auf. „Wir sind da!“