Operation Zeitensprung, 9. Kapitel "Touristen im Leben", 1. Fortsetzung
„Klar! Das ist eine Riesenauszeichnung für ihn und er tut auch immer, als müsse er mich vor lauter Gefahren beschützen. Verantwortung, sagt er, hat er für mich. Das mag ich nicht. Ich hab ihn nämlich lieb. Meistens kuscheln wir zum Schluss aber doch zusammen, und er liest mir was vor, damit ich einschlafe.“
Was sollte ich jetzt machen? Wie viel an Nuks Körper hatte Luk entdeckt und umgekehrt? Wussten das die Erwachsenen hier, war das gewünscht oder normal und, wenn ja, ging mich das etwas an?
„Darf ich zu dir kommen?“
Bevor ich nein sagen konnte, stand Nuk auf, patschte vier Schritte durch den Raum, kroch unter meine Decke und schob mich an die Wand.
„So ist es schön. ... Dann ist Maria genau so alt wie du?“
„Ja.“
„Das geht bestimmt schief. Was will Luk mit einer so alten Frau.“
Ach ja. Luk war ja Marias Pate und es war hier wohl selbstverständlich, dass sie ein Zimmer miteinander teilten. Logisch, dass, wenn Nuk Luk liebte, sie ihn jetzt vermisste. Deshalb nahm sie mich wohl auch gleich zum Kuscheln. Oh Gott! Wohin war ich nur geraten! Was würden wir hier alles verkehrt machen! Ich wagte mich nicht zu bewegen. Drehte ich mich zur Wand, könnte Nuk das als Beleidigung auffassen, drehte ich mich zu ihr, als was dann?
„Und wie bist du so in der Schule?“
Das schien mir ein unverfängliches Gesprächsthema.
„Na, die sechste Klasse ist fast vorbei. Mir fehlen noch fünf Testate. Wegen euch darf ich die zu Hause ablegen. Du kommst doch mal mit in die Schule? Ich muss dich unbedingt den anderen vorstellen.“
Dass Zeitreisende in der Familie eine Sensation waren, verstand ich, aber war hier die Grundschule wie ein Studium organisiert?
„Was sind das für Testate?“