Operation Zeitensprung - ein utopischer Roman (42)
„Na, hast du behalten, welches unsere Tür ist?“
Nuk schien meinen Gedanken erraten zu haben.
„Die dritte von links?“
„Klar. Du hast geschummelt. Du hast die Wölfe hängen sehen. Aber du bist ja so still. Bist du müde?“
„Nein, nein, schon in Ordnung.“
Das war nun wirklich nicht wahr. Nuk schien das zu merken. Sie führte mich ins Zimmer, und es hätte sie bestimmt beleidigt, wenn ich nicht noch mit ihr zusammen in die große Badewanne gestiegen wäre. Erst saßen wir uns gegenüber. Dann wusch und trocknete sie mir die Haare.
Schließlich schaffte mich ins Bett, setzte sich mir gegenüber und entschied, mir eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen zu müssen. Sie las fließend und gekonnt betont. Das Zuhören machte Spaß. Trotzdem bekam ich das Ende nicht mehr mit. Da war ich längst eingeschlafen. Ich schlief sehr unruhig. Mitten in der Nacht trieb es mich aus dem Bett. Links den Gang lang; das hatte ich mir gemerkt. Ich konnte nur ein kleines Geräusch gemacht haben. Schon ging das Licht an.
„Komm, ich zeig ´s dir!“
„Schlaf nur! Ich komm schon zurecht!“
„Nein, nein, Anna, du bist hier noch fremd. Ich bring dich zum Bad.“
Tatsächlich ließ mich Nuk nicht aus den Augen, bis ich wieder unter meiner Decke lag.
„Brauchst du noch was?“
„Nein, nein, schon gut. Schlaf nur! Gute Nacht.“
„Gute Nacht.“
Nach Mitternacht lag ich lange wach. Oder hatte ich das alles nur geträumt? Das soll es ja geben, dass man träumt, was man sich wünscht. Es sah alles so aus, als wären wir am Ende unserer Abenteuerreise angekommen.