Operation Zeitensprung - ein utopischer Roman (59)

Veröffentlicht auf von anna

Mir graute es. Sollte ich noch weiter blättern? Mir das wirklich antun? Nein, noch hatte es keine großen Krieg gegeben. Nur musste ich befürchten, dass im nächsten Band zum siebzehnten Jahrhundert eine Art Adolf Hitler auftauchen würde. Gutenberg sei „Dank“?! Weil es jetzt so viele schnell gebildete Teutsche gab?

Oder sollte das englische Kolonialreich nun ein teutsches sein? Wie immer das wäre – wir hätten den Teufel mit Beelzebub ausgetrieben. Sinnierend legte ich den ersten Band meiner Sammlung zur Seite. Eigentlich hatte ich das Interesse an der neuen Geschichte verloren. Wir hatten also nur die Rolle Deutschlands in der Weltgeschichte hochgepusht, und anscheinend die ganze Geschichte etwas beschleunigt. Sollte ich mich freuen über eine „ruhmreichere" Heimat? Missmutig schob ich die verschiedenen Bände hin und her. Nein, ein Weltkrieg im siebzehnten Jahrhundert oder etwas Ähnliches interessierte mich eigentlich nicht.

Aber die Welt des Besitzes war untergegangen. Da blieb die Frage wie. Ich hatte Angst. Wenn ich plötzlich auf die Schilderung eines Atomkrieges stieß? Warum hatten wir uns mit Mama und Paps nicht über so etwas unterhalten? Nein, die hätten uns nicht helfen können. Für die wäre ein Mensch, der mit einem Knopfdruck andere Menschen tötete, ohne irgend eine Beziehung zu den Getöteten zu haben, so ein Mensch wäre ihnen kränker vorgekommen als ein tollwütiges Tier. Nicht einmal die Idee, dass Angriff und Verteidigung gegen echte oder eingebildete feindliche Nachbarn Forschung und Fortschritt in dieser Zeit beflügelt hatten, dürfte ihnen verständlich sein.

Irgendwo in diesen Wälzern musste etwas zum tatsächlichen Übergang zur modernen Gesellschaft stehen. Sollte ich die Bücher weglegen, morgen in die Uni gehen und den Infiltrator anzapfen? Danach alle gesuchten Antworten auf mich gerade interessierende Fragen plötzlich einfach so im eigenen Gehirn entdecken, auf Stichwort „Ende der Marktwirtschaft“ wie bei einem Computer? Nein, ich wollte den Spaß spüren, die Probleme selbständig zu lösen.

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