Missglückter Roman, 2. Kapitel, "Die Genmücke" (Fortsetzung 6 in der Gegenwart)

Veröffentlicht auf von anna

 Damit war die Angelegenheit für diesen Abend vom Tisch. Doch je deutlicher war, dass wir beide immer häufiger an eine dauerhafte Beziehung zueinander dachten, um so größer schien Guntis Interesse an meiner Meinung zu politischen oder zu dienstlichen Themen.

Irgendwann fragte er mich dann, ob ich nicht über die Zusammensetzung unserer Abteilung verwundert sei.

... Du bist doch sonst immer so skeptisch. Da hast du dich noch nicht gefragt, warum in unserem Bereich nichts als ungebundene Dreißiger und Vierziger versammelt sind?“

Ich nickte erwartungsvoll. Das hatte ich mich wirklich gefragt. Nun würde ich wohl die Erklärung bekommen.

Wir arbeiten alle gern miteinander und sind als Familie höchstens auf einander und deinen Vater fixiert. So etwas gibt es normalerweise nur bei Mannschaften, die große gemeinsame Reisen antreten sollen. Vor allem solche, die befürchten, vielleicht nie wieder zurückzukommen. Aber du würdest ja gern mit mir reisen, oder?“

Natürlich“, lachte ich.

Das war ein Fehler. Gunti hatte ein einmaliges Talent, mich immer zu dem hinzulenken, was ihm das Wichtigste war. Und das war die gemeinsame Reise. Wir traten sie an diesem Abend an, mit ein paar Zwischenstopps und immer neuen Starts. Guntram war ein perfekter Liebhaber. An die Frage nach der besonderen Zusammensetzung der Abteilung dachte ich erst wieder, als er gegangen war. Aber gerade das erweckte mein Misstrauen.

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