Missglückter Roman, 5. Kapitel, "Kindernonnen und Kindermönche"
Ich blinzelte, versuchte mich zu strecken. Oh Gott! Der Anzug passte nicht mehr. Er war um ein Vielfaches zu groß. Anstatt zu laufen kullerte ich fast zum Ausgang. Draußen nahm ich den Helm ab und streifte den Skaphander herunter. Neben und hinter mir taten meine Gefährten das selbe. Sie entpuppten sich als sechs- bis zehnjährige Kinder, die sich gegenseitig auslachten. Wir sahen alle aus, als wären wir zum Fasching in die Sachen unserer Eltern geschlüpft.
Einige Schutzanzüge hatten sich allerdings noch nicht bewegt. Guntis zum Beispiel und der meines Vaters. Ich stolperte über mein am Boden schleifendes Kleid zurück in die Kabine, rief „Gunti!“ und hielt die Kontaktnadel an den Magnetverschluss seines Anzugs. Der Skap war leer. Nein. In den Stiefeln steckte ein seltsames schwarzes Mehl. Oder sollte ich Asche sagen? Ich eilte zu meinem Vater. Benutzte die Nadel, der Anzug sprang auf und mich traf das gleiche Bild. Ich brüllte:
„Warum? Warum nur?“
Nach einigen Sekunden betretenen Schweigens hörte ich eine Antwort:
„Trau keinem über Vierzig!“
Die Stimme kam mir bekannt vor.
„Ernst?“
Eine so makabre Bemerkung passte nur zu seiner Art von Humor. Auch wenn die Stimme jetzt den Stimmbruch wieder vor sich hatte.