Missglückter Roman, 5. Kapitel, "Kindernonnen und Kindermönche" (11. Fortsetzung)

Veröffentlicht auf von anna

Mir hatten meine Gefährten eine sichere Position zugeteilt. Von der Krone einer hohen, allein stehenden Eiche aus sollte ich möglichst viel vom Kampfgeschehen überwachen und dabei meinen Strahler einsetzen, wo immer das nötig erschien, um die Kämpfer zu unterstützen. Maria hatte durchgesetzt, dass die restlichen Mädchen in der Schlacht mitkämpfen sollten.

Somit war ich im Morgengrauen alleine. Die militärische Bedeutung meines Platzes war gering. Zwar konnte ich einige bündische Kanonenstellungen erkennen, aber das war schon alles.

Dann kam das erhoffte Zeichen. Violette Kugeln sanken erlöschend ins Tal. Ein paar Kanonendonner folgten. In meinem Blickfeld tauchten einige kleine Mönche auf. Das musste Andreas mit seiner Gruppe sein. Schmerzlich vermisste ich jetzt ein Zielfernrohr. Meine Freunde schwenkten riesengroße Regenbogenfahnen und stürmten mit ihnen auf die verwirrten Söldner zu. Einige Soldaten wurden von Feuerblitzen niedergestreckt, andere ergriffen die Flucht. Brüllende Bauern folgten dem himmlischen Zeichen, rannten, hieben und stachen wild drauflos. Von meinem Baum aus glich das Ganze einem fernen Spiel.

Sobald ihr seht, dass die Schlacht läuft und die Bauern am Siegen sind, verdrückt euch. Schlagt euch zu Ernsts letztem Rastplatz durch. Ich möchte euch lebend wiedersehen. Und passt auf, dass die Strahler nicht in falsche Hände geraten.“

So hatte ich meine Freunde verabschiedet. Als dann Tausende zu laufen begannen, verlor ich sie aus den Augen. Zwar fiel mir noch gelegentlich ein Bewaffneter auf, der zu den Bündischen gehören musste und den mein Strahler niederstreckte, aber das hatte natürlich keinen entscheidenden Einfluss auf die Schlacht. Ich hoffte, dass es gut für die Unseren lief, wobei ich einmal meine Truppe meinte und beim nächsten Mal die Bauern. Der Verlauf der Schlacht blieb mir ein Geheimnis.

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