Missglückter Roman, 5. Kapitel, "Kindernonnen und Kindermönche" (10. Fortsetzung)

Veröffentlicht auf von anna

Die Kanonen der Bauern standen in guter Schussposition, aber die Anführer der Haufen trauten ihrer Kraft nicht. Sie wollten am Morgen verhandeln. Der Vertrag, den sie nach unserer Geschichte unterzeichneten, kostete Zehntausenden anderen Bauern das Leben und war der Anfang vom schmählichen Ende des ganzen Krieges. Er musste verhindert werden. Spätestens im Morgengrauen mussten wir also von verschiedenen Positionen aus das überraschende Signal zum Angriff geben.

Die Dunkelheit war nützlich für uns: An mehreren Stellen waren offene Flächen zu überwinden. Wir durften schließlich nicht entdeckt werden, bevor wir unsere Startpunkte erreicht hatten.

Ich teilte das Team in kleine Gruppen auf. Eine sollte sich an die Kanonen der Bauern heranschleichen. Hannes hatte dabei einen Feuerwerkskörper zu zünden, dessen violette Sterne auf dem ganzen Schlachtfeld sichtbar das Sturmsignal sein sollten. Die Kanoniere der Bauern würden einen ausreichenden Schreck bekommen, um uns die Kanonen abfeuern zu lassen. Hoffentlich waren nur noch die Lunten zu zünden, denn wir hatten kaum Ahnung von der Waffentechnik, und Kanonenkugeln konnten wir schon gar nicht bewegen. Mindestens genauso wichtig wäre es, mit den Strahlern die Offiziere der Bündischen daran zu hindern, ihren Truppen ordnende Befehle zu geben. Aber genau genommen wusste ich schon, dass das ein frommer Wunsch bleiben würde.

Zwei andere Grüppchen schlichen sich an die Flanken heran. Sie hatten Regenbogenfahnen dabei, und sollten mit anfeuerndem Geschrei die bewaffneten Bauern zum Sturm rufen. Hier hofften wir sehr auf den Aberglauben. Ob die Bauern Andreas und die anderen für Kobolde, Geister oder Götterboten hielten, war egal. Hauptsache, sie warteten nicht ab wie Hurlewagen und einige andere Bauernführer und liefen aufs Schlachtfeld.

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