Operation Zeitensprung, 7. Kapitel: Ankunft im Märchenwald (7. Fortsetzung)
Mama sah sich erwartungsvoll um. Plötzlich wurde es mir bewusst. Sie hatte Recht. Wir waren seit Stunden nicht zum Essen gekommen. Rotkäppchen hatte seinen Kuchen immer noch. „Eigentlich ja.“
„Na, dann! Einen kleinen Moment, es ist gleich alles so weit.“
Lauter Kinder und Jugendliche umschwirrten uns voll kaum unterdrückter Neugierde. Wahrscheinlich warteten alle aus der Familie auf Mamas Zeichen, uns ausfragen zu dürfen. Beim Abendbrot, das die ganze Familie in diesem Café einnahm, teilte Mama jedem von uns einen Paten zu. Meine Patin wurde Nuk. Sie zeigte sich anhänglich wie ein Hund.
„Anna, wie ist das morgen? Wann soll ich dich wecken?“
„Muss das sein? Warum willst du mich wecken?“
„Normalerweise treffen wir uns alle um acht im Saal. Oder möchtest du lieber bei uns oben frühstücken?“
„Wenn ich ehrlich bin, bin ich früh noch nicht fit für so viele Leute.“
„Alles klar. Ich kümmer mich. Soll ich dir jetzt die Wohnung zeigen?“
Natürlich sollte sie. Nuk lief vor mir her und erklärte ununterbrochen, wer mit wem in welchem Zimmer wohnte. Ich versuchte mitzuzählen. 10 Wohnräume, einer davon hieß Schließzimmer, wo keiner drin wohnte, aber wo sich jemand einschließen konnte, wenn er unbedingt allein sein wollte, zwei Zimmer waren leer, weil die Familienmitglieder auswärts studierten. Daraus hatte Nuk Abstellkammern gemacht, die ich nicht ansehen durfte. Jede dritte Tür war der Eingang zu einem Bad mit Toilette. Neben dem Saal, den ich schon kannte, gab es rechts einen zweiten. Nachdem ich ihn gesehen hatte, hätte ich ihn eher eine Turnhalle genannt.
„Du brauchst keine Angst haben. Die Leute unter uns hören wirklich nicht, wenn wir hier toben“, beruhigte mich Nuk, als ich verwundert nach der Ballwand fragte.
Links gab es das Familienbad. Man kam vom Flur, aber auch direkt von der Turnhalle hinein. Ich fand es riesig. In der Saunakabine hatten zwölf Leute auf einmal Platz. Genau wie in dem Tauchbecken.