Gerhardts Zeit (6)
„Du bist wunderschön, Mandy„, sagte er halblaut, während das Mädchen ihn anstarrte. Ein paar Sekunden später zuckte ihre rechte Hand, als hätte sie ein glühendes Hufeisen berührt, beide Hände versuchten verzweifelt, alle nicht sonnengebräunten Körperstellen zu bedecken. Mandy zog die Knie an und an dem Entsetzen in ihren Augen erkannte Gerhard, daß sie gerade die Veränderung zwischen ihren Beinen bemerkt hatte.
„Ich liebe dich, Mandy!„
Das Mädchen war ein konzentrierter Aufschrei. Nur kam kein Ton. Vergeblich wollte sie brüllen, schreien, wenigstens etwas sagen. Es ging nicht.
Als die Hand des Mannes über ihre Haare strich, ihre Wangen liebkoste, verfolgten nur ihre Augen die Bewegungen der Finger. Wunderschöne braune Augen, erfüllt von einer unbeschreiblichen Angst.
„Na, Mandy, hast du mich auch so lieb?„
Der Mann zog sie sacht an sich heran. An Mandys Ohr klopfte plötzlich sacht der gleichmäßige Takt von Gerhards Herz. Wir ein irres kleines Kind flüsterte sie plötzlich: „Ich träume doch nur?„
Und der Mann sagte mit einschläfernder Stimme: „Natürlich. Schlafe nur weiter. Einen schöneren Traum wie mich wirst du nicht finden.„ ...
Am Strand wirft Gerhard Mandy in den Sand neben die Decke, läuft zurück zu seinem Platz, schaltet die Zeit wieder an und stand sofort mit Blick auf die beiden Mädchen wieder auf.
Die Freundin starrte Mandy wie einen Geist an und Gerhard wußte nicht, ob sie schon gefragt hatte „Wo warst du denn eben?„
Sein Auftritt verhinderte Frage und Antwort. Allerdings war es nun an Mandy, ein Gespenst anzustarren.
„Na, ihr beiden Hübschen, laßt ihr mich auf eure Decke? Ich bin so einsam da hinten.„
Bevor er eine abweisende Antwort bekommen konnte, ergänzte er: „Du bist Mandy, das sieht man ja, und wie heißt du?„
Es wurde ein lustiger Nachmittag, obwohl Mandy zurückhaltend still blieb. Das ließ ganz langsam nach. Gerhard schaffte es, sie mit einer Visitenkarte zu sich einzuladen.
Zufrieden lächelnd beobachtete er die beiden beim Umziehen. Als Mandy den Bikinislip herunterstreifte, warf sie ihm einen entsetzten Blick zu. Sie hatte jetzt einen echten Grund, sich zu genieren. Gerhard Gluck zog sich unbekümmert selbst an, als hätte er nichts bemerkt. Im Gehen grüßte er die beiden mit aufgerichtetem Daumen.
Für die lebhaften Träume der folgenden Nächte hätte er ein ganzes Jahr seines Lebens geopfert. „... und ich habe nicht einmal Gewalt gebraucht„, feixte er, allein in seinem Bett.
ff