Operation Zeitensprung - ein utopischer Roman (11)

Veröffentlicht auf von anna

„Ich hab versucht, das Thema anzuschneiden. Ich merkte ja, dass Dad irgend etwas belastet. Vielleicht war ich nicht hartnäckig genug. Jedenfalls ist er mir erfolgreich ausgewichen. Genau wie du bis jetzt."

„Was willst du – wir können keine Gedanken lesen. Du hättest ja gegen uns und sogar gegen deinen Vater spionieren können. Schließlich hast du dich viele Jahre nicht um ihn gekümmert und wie aus heiterem Himmel tauchst du genau dann auf, wenn es losgehen sollte.“

„Ach? Und jetzt glaubst du das nicht mehr?“

Dad hätte mir sicher keine Spionagerolle zugetraut, aber bestimmt wollte er mich vor gefährlichen Abenteuern beschützen. Trotzdem hatte er nichts gegen meine sich entwickelnde Beziehung zu Guntram unternommen. Und der ...?

„Nein. Entschuldige, wenn ich dir Unrecht getan habe. Außerdem, seit du hier bist, hilft auch dein Vater aktiv mit. Inzwischen haben wir eine eigene, vertrauenswürdige Truppe aufgebaut. Wenn alles gut geht, wird diese eine ganz andere Zeitreise antreten. Was haben wir unsere Geschichtsbücher gewälzt! Haben vor jedem großen Krieg wieder andere große, schrecklichere gefunden. Zum Beispiel den für uns Deutsche besonders verheerenden Dreißigjährigen Krieg. Nach dem hatte hier jede normale Familie ein paar Mitglieder verloren oder eine Tochter vergewaltigt bekommen.“

Guntis Stimme hatte sich verändert. War es ihm anfangs peinlich, mich verdächtigt zu haben – er wartete mehrmals, ob ich ihn unterbrechen würde – so versuchte er jetzt lebhaft, mich von seinen Ideen zu überzeugen.

„Von den zwei so genannten Weltkriegen innerhalb von 50 Jahren hast du ja gehört. Da war die Menschheit der Selbstvernichtung ziemlich nahe. Glücklicherweise wurden die dafür geeigneten Mittel erst ganz am Ende entdeckt.Bei wie vielen kleinen Kriegen wir die Finger drin hatten ..., aber egal. Nur immer, waren so kleine Leute wie wir dabei die Verlierer. Und immer waren es Kämpfe um Macht und Besitz, auch wenn die Bücher dies mitunter hochtrabend umschreiben. Sollten wir als Zeitreisende nicht rechtzeitig eine bessere, verzeih das Wort, Ordnung schaffen und vor allen diesen Kriegen in die Geschichte eingreifen?“

 

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