Missglückter Roman, 5. Kapitel, "Kindernonnen und Kindermönche" (2. Fortsetzung)
In der Nähe plätscherte ein Bach. Sein Wasser schmeckte frisch. Wir schöpften es mit den Händen und bespritzten uns. Martina holte die Kutten aus dem Schiff, die wir vorsorglich mitgenommen hatten. Wir hatten uns die Legende zurecht gelegt, als Laiengeistliche durch die Lande zu pilgern und notfalls eines Gelübdes wegen schweigen zu müssen. Nur hatten wir nicht eingeplant, dass wir an allen Körperstellen kürzer, schmaler und kleiner sein könnten. Für die Kutten hatten wir in Erwachsenengestalt Maß genommen. Alle Schnitte hätten unseren neuen Körpern angepasst werden müssen, aber unsere Hände waren zu ungeschickten Patschpfötchen geschrumpft. Schließlich gaben wir es auf, kürzten nur, was gekürzt werden musste, und zogen die Kutten über. Allein die Ärmchen, die aus den wuchtigen Ärmeln herausguckten, sahen lächerlich aus. Unsere Sachen, vor allem die Skaphander, verstauten wir im Schiff.
Wie von fremder Hand geführt, buckelte ich Guntrams und Dads Stiefel an den Rand der Lichtung. Dort blühten Disteln, die mich weit überragten. Ich schüttete die Asche auf ihre Wurzeln und hoffte vergeblich auf einen Lufthauch, der sie zerstreut hätte. Plötzlich kniete ich nieder und blies wie verrückt in den Haufen. Solche Asche würde auch ich einmal sein. Tränenlos schleppte ich die vier leeren Stiefel zurück.
„Asche zu Asche, Staub zu Staub ...“
Vergeblich hoffte ich auf einen Sandsack, in den ich meine Ohnmacht hätte hinein prügeln können, stand hilflos herum. Aber dann sah ich Marias Hand. Nein, jetzt kein Beileid! Arbeit lenkt ab.