Missglückter Roman, 5. Kapitel, "Kindernonnen und Kindermönche" (4. Fortsetzung)

Veröffentlicht auf von anna

Also früher gab es Signalfahnen und Signalraketen. Und der Stand der Sonne sagt auch, wie spät es ist. Hauptsache, wir verhungern nicht.“

Ernst hatte seinen Chrony lässig durch die Luke ins Zeitschiff zurück befördert. Dass unser „Hahaha!“ überhaupt nicht amüsiert klang, störte ihn scheinbar überhaupt nicht.

In den nächsten drei Tagen stiegen wir auf mehrere Anhöhen, von denen aus wir Ortschaften erkennen konnten. Deren Anordnung fanden wir aber auf unserer Karte nicht wieder. Irgendwann bekamen wir es satt, ins Unterholz zu verschwinden, wenn ein Mensch sich näherte. Gesehen hatte man uns bestimmt schon. Wahrscheinlich hielt man uns für Kobolde, weil wir uns so schnell versteckten. Das ließen wir nun sein. Wir wählten die breitesten Wege, um auf eine Ortschaft zu stoßen. Die Frauen und Männer in grober Tracht, denen wir begegneten, blieben stehen und versuchten, unsere Kutten zu berühren. Wir wahrten tiefes Schweigen. Die Bauern ließen uns weiter ziehen. Aber da wir sie nichts fragten, konnten wir auch keine Antwort auf unsere drängenden Fragen erwarten. Waren wir zum richtigen Zeitpunkt in der Nähe von Weingarten angekommen?

Dad hatte zwar erklärt, dass wir uns um Tag und Stunde im April 1525 keine Sorgen machen brauchten, da wäre kein Irrtum möglich – es roch auch richtig nach Frühling - doch der Zielort lag mehrere hundert Kilometer von unserem Startgelände entfernt. Die Peilung im Raum wäre jedoch mit großer Unsicherheit behaftet. Wir konnten sonstwo angekommen sein. Dazu kam, dass der Fußmarsch wirklich keine Freude machte, denn die Wege waren in unserem Sinne wohl kaum befestigt zu nennen.

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