Missglückter Roman, 5. Kapitel, "Kindernonnen und Kindermönche" (7. Fortsetzung)

Veröffentlicht auf von anna

Wir wollten uns unauffällig zurückziehen. Den Wirt hatten wir davon überzeugt, nicht auf einer Bezahlung in Geld zu bestehen, von dem wir ja keines hatten. Eher zähneknirschend akzeptierte er das Angebot, sein Seelenheil in unsere Gebete einzubeziehen. Dafür bot er uns ein Nachtlager im Schuppen an. Es war bestimmt verfloht, aber immer noch besser, als wieder eine Lichtung im Wald zum Campieren suchen zu müssen.

Inzwischen beachteten und die Zecher nicht mehr. Das war uns nur Recht. Wir waren nicht darauf eingestellt, über Gott und den Ablass irdischer Sünden zu diskutieren. Was hätten die Bauern schon gegen uns haben können? Vor allem aber, wie hätten wir in einem Gespräch in unserer Rolle überzeugen sollen? Wir bekamen keine Gelegenheit, das zu klären. Denn Andreas war satt und unbekümmert. Er hatte ein paar Zigaretten bei sich, von denen er eine mit seinem Feuerzeug ansteckte. Das fiel einem der Spieler auf. Er fixierte Andreas und flüsterte seinen Gesellen etwas zu. Wahrscheinlich glaubte er, solche Zauberstreiche konnten nur vom Teufel stammen.

Die Spieler hatten ihre Würfelbecher abgestellt. Sie erhoben sich und kamen langsam bedrohlich näher, ohne uns einen Moment aus den Augen zu lassen. Am unheimlichsten dabei war, dass die Männer als feindliche Wand auf uns zu rückten. Andreas näherte sich einem von ihnen, ließ Feuer aus seinem Feuerzeug springen und bot ihm an, es selbst zu versuchen. Der Mann wich entsetzt zurück und bekreuzigte sich. Die anderen folgten seinem Beispiel. Ich holte vorsichtig meinen Strahler hervor und suchte nach dem Ziel für einen Wunderschuss, mit dem die Meute zu beruhigen gewesen wäre. Schließlich waren wir nicht durch die Zeit gereist, um gegen Bauern zu kämpfen. Doch die Männer waren schon zu nahe.

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